Schlafdiagnostik

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Praxis stellt die umfangreiche Schlafdiagnostik dar. Auch hier gilt, dass die individuelle Patientenbefragung (Anamnese) das wichtigste Instrument zur Diagnosefindung darstellt.

Symptome, wie z.B. Ein- und Durchschlafstörungen, Schnarchen, Atemaussetzer im Schlaf, unruhige Beine und eine vermehrte Tagesmüdigkeit können zu großen Beeinträchtigungen im täglichen Leben führen und können Folgeerkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, wie Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck begünstigen.

Die genaue Diagnostik und die differenzierte Therapie ist dabei unser Anliegen. In der Regel wird zunächst eine Messung des Schlafs mit einem speziellen Aufzeichnungsgerät durchgeführt, welches zuhause eingesetzt werden kann. Lässt sich hier eine schlafbezogene Atmungsstörung feststellen oder ist eine weitere Diagnostik notwendig, so wird eine polysomnographische Untersuchung in unserem Schlaflabor im Spectrum am UKE durchgeführt.

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Neue Studien zu Klimawandel und obstruktive Schlafapnoe

Eine Studie der American Thoracic Society (Mai 2025) zeigt erstmals einen Zusammenhang zwischen steigenden Umgebungstemperaturen und der Häufigkeit bzw. dem Schweregrad der obstruktiven Schlafapnoe. Bereits heute soll der Klimawandel die OSA Belastung um 50-100 % erhöht haben.

Dabei soll die Thermoregulation den Schlaf stören, vermehrte Atemarbeit bei Hitze kann zu einem instabileren Atemrhythmus führen. Heißere Nächte verhindern die Abkühlung, die der Körper bei tiefem Schlaf benötigt, dies führt zu weniger Tiefschlaf und Mikroerwachen. Weniger stabiler Schlaf erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Atemwegskollaps Zunahme des Traumschlafs in heißen Nächten.

Bei heißeren Nächten soll es zu mehr Traumschlaf (REM- Schlaf) kommen, dieser verdrängt den Tiefschlaf. REM- Schlafphasen sind die anfälligsten Schlafphasen für OSA, weil hier die Atemmuskulatur besonders erschlafft.

CPAP Therapie

Das Gerät erzeugt einen sanften Luftstrom über Nasen- oder Nasen- Mund Masken, der die oberen Atemwege offen hält. Der Kollaps des Rachens wird verhindert.

Die Therapie wird von allen Krankenkassen übernommen und kann auch zur Probe verordnet werden, so dass es individuell getestet werden kann.

Die CPAP Therapie (continuous positive airway pressure) ist die Standardtherapie für die obstruktive Schlafapnoe – vor allem bei mittlerer bis schwerer Ausprägung. Sie ist hoch wirksam und beseitigt in über 90% die Atemaussetzer, verbessert die:

  • Tagesmüdigkeit, Konzentration und und Stimmung
  • Senkt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck, Demenz
  • Auch wirksam bei starkem Übergewicht

Alternativen zur CPAP Therapie bei OSA

Lagerungstherapie: Bei überwiegend rückenlageabhängiger Schlafapnoe kann die Konditionierung der Seitenlage sehr hilfreich sein.

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, z.B. mit einer Rückenlageverhinderungsweste oder einer elektronischen Stimulation durch einen speziellen Gurt zu schlafen.

Gewichtsreduktion

Abnehmen reduziert Fett im Rachenbereich und erhöht den Platz für die Atmung.

Unterkieferprotrusionsschienen

Diese sind besonders wirksam bei leichter- bis mittlerer OSA und bei rückenlageabhängigen Befunden.

Voraussetzung:

  • Gesunde Zähne
  • keine Probleme mit dem Kiefergelenk
  • kein verstärkter Würgereiz

Zungennerv-Stimulation

Ein Schrittmacher Implantat stimuliert nachts den Zungennerv, die Zunge kann nicht zurückfallen und die Atemwege bleiben offen.

Besonders bei leichter bis mittlerer OSA und CPAP Unverträglichkeit.

Voraussetzungen:

  • die CPAP Therapie wird nicht vertragen, kein kompletter Weichgaumenkollaps- eine vorherige Schlafendoskopie ist notwendig
  • BMI muss kleiner 32 sein
  • Erforderlich ist ein chirurgischer Eingriff

Medikamentöse Therapie

(noch nicht zugelassen, aber vielversprechend)

Es laufen Phase II und III Sudien zu Medikamenten, die die Atmung stabilisieren und damit die obstruktive Schlafapnoe verbessern können.